Fokusgruppe 3: Lebensphasen orientiertes betriebliches Kompetenzmanagement

Wie kann man die Kompetenzen älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Betrieb halten, wenn Weiterbeschäftigung auf der ursprünglichen Stelle unmöglich ist? Wie können jüngere Mitarbeiter von den Erfahrungen älterer profitieren und vor Überforderung geschützt werden? Wie können Familiengründung, finanzielle Absicherung und berufliche Karriere für beide Elternteile unter einen Hut gebracht werden? Kurz: Wie kann eine an Lebensphasen ausgerichtete Kompetenzentwicklung 
im Betrieb aussehen? Diesen Fragen geht die Fokusgruppe „Lebensphasenorientiertes Kompetenzmanagement“ nach.

Mit den drei Schlagworten „Weniger – älter – bunter“ beschreibt das Institut der Deutschen Wirtschaft die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Unternehmen in einer Studie, die es im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie 2014 erstellt hat. Der Wandel im demografischen Aufb au der Gesellschaft und in der Arbeitswelt stellen immer neue Anforderungen an Wirtschaft und Gesellschaft. Das Personal in Unternehmen wird älter und umfasst drei oder vier „Generationen“ mit teils sehr unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, Anforderungen an Personalführung und Arbeitsplatzgestaltung. Zudem müssen Unternehmen mit ihren demografisch heterogenen Belegschaften auf schnell wechselnde Technologie- und Marktwechsel reagieren. Das kann nur gelingen, wenn in der ganzen Belegschaft über Alters-, Berufs- und Hierarchiegrenzen hinweg Wissen und Werte vermittelt und Erfahrungen erworben werden können.

Das betriebliche Kompetenzmanagement hat dabei die Schlüsselfunktion: Nur mit einer berufsbegleitenden, in den Arbeitsprozess integrierten und professionell unterstützten Kompetenzentwicklung können Leistungs-, Beschäftigungs- und Handlungsfähigkeit der Beschäftigten im gesamten Erwerbsleben gesichert werden. Dazu werden neue Modelle der Arbeitsorganisation, Konzepte für eine lebensereignisorientierte Personalpolitik und Strategien für unternehmensspezifisches Kompetenzmanagement benötigt. Heutige Personalentwicklungskonzepte erfordern eine valide Kompetenzdiagnostik, um den individuellen Voraussetzungen und unternehmerischen Bedürfnissen in hohem Maße gerecht zu werden. Innovative Lern- und Transferkonzepte zwischen berufspraktisch erfahrenen, zumeist älteren und berufspraktisch weniger erfahrenen, eher jüngeren Fachkräften erhalten immer mehr Bedeutung, um insbesondere die Optimierung des Wissenstransfers in Unternehmen in sinnvoller Weise zu begleiten und damit die Weitergabe von leistungsrelevanten Wissensbeständen zu verbessern. 

Die Verbünde in unserer Fokusgruppe forschen in vielen Schlüsselbranchen, darunter Maschinen- und Anlagenbau, Gesundheitswesen, Telekommunikation und IT-Consulting. Ein großes Spektrum an Berufs- und Mitarbeitergruppen wird untersucht, z. B. Servicetechniker, Krankenhausärzte, Führungskräfte in der IT-Branche und Betriebsräte. Dabei können ältere Mitarbeiter im Mittelpunkt stehen, etwa wenn es um Erhalt und Weitergabe von Erfahrungswissen geht, der jüngere, die nach Abschluss erster Bildungsphasen nach Karriereperspektiven suchen. Groß ist auch das Spektrum untersuchter Methoden: Organisations-Benchmarking, Kompetenzdiagnostik, Lern- und Transferkonzepte („LernLabs“), flexible und individuelle Arbeitsorganisation, kompetenzbasierte Einsatzplanung und dynamisches Kompetenzmanagement. 
Der Erfahrungsaustausch zwischen den verschiedenen Forschungsgruppen hat gezeigt, dass ein Austausch über innovative Methoden der Kompetenzdiagnostik und -entwicklung über Projekt- und Branchengrenzen hinweg nötig und sinnvoll ist.

Projekte der Fokusgruppe: